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Die Geschichte eines Königs

Sein Sohn war bereit. Bereit, die Herrlichkeit, welche er bei seinem Vater im Himmel hatte, zu verlassen und auf die Erde zu kommen - auf die Erde, die so viel Not, Schrecken, Egoismus, Gewalt und Dunkelheit enthielt. So verliess er seinen liebevollen Vater und wurde verletzlich: als kleines Kind - unbeholfen, abhängig, ausgeliefert, schwach - eben als Mensch kam er auf diese Welt. Er wuchs hier unter uns Menschen auf. Ganz normal - ganz Mensch und doch göttlich. 

Mit dreissig Jahren begann er über seinen Auftrag hier auf der Erde zu reden. Viele Menschen, ja Massen hörten ihm zu. Und obwohl so viele zuhörten und erstaunt waren über diese Botschaft - obwohl er so viele heilte, ihnen zu Essen gab - war er nur mit einer kleinen Menschengruppe unterwegs. Einmal wollten ihn eine riesige Menschenmenge sogar zum König über Israel machen. Aber er wusste, dass sein König-sein ein anderes war. Zuerst musste er in die Hände der Menschen fallen -  Menschen, für welche er zu retten gekommen ist - paradox. 

Als es soweit war und dieser Loskauf der Menschheit bevorstand, stand er alleine da. Selbst seine engsten Freude - wirklich alle - verliessen ihn. Da war er, er wurde festgenommen, nie eine böse Tat getan. Obwohl er Mensch war, hatte er nie eine Sünde begannen und dennoch forderten die Menschen seines eigenen Volkes seinen Tod! Sie lieferten ihn den Römern aus - denn es war ihnen nicht gestattet einen Menschen zum Tode zu verurteilen. Der zuständige Mann, Pilatus, verhörte Jesus, fand aber keine Tat an ihm, welche mit dem Tod bestraft werden musste. Er wollte ihn seinen eigenen Landsleuten zurückgeben - aber diese wollten nicht. Ihren Erretter lehnten sie ab. Sie schrien mit lauter Stimme und als grosse Volksversammlung: Kreuzigen, kreuzigt ihn. Sie forderten seinen Tod. Das dauerte so lange, bis Pilatus nachgab und Jesus kreuzigen lies. Von der Herrlichkeit im Himmel schien nichts mehr übrig zu sein. Und da hing er - der Sohn des Königs über Himmel und Erde. Neben zwei Verbrechern; er hing wie ein Verbrecher, wurde gefoltert wie ein Verbrecher, verhöhnt, verspottet, alleingelassen. Als Jesus starb wurde es am helllichten Tag dunkel, diesen Tod dieses Königssohnes hatte Auswirkungen auf die Naturgewalt und die Schöpfung. Alles aus?

[Wirklich alles aus?]